Blockierungen und ihre Folgekette

Was ist eine Blockierung/Blockade?

Der Begriff Blockade beschreibt eine Bewegungseinschränkung eines Gelenks oder des Gewebes. Umgangssprachlich gern auch "ausgerenkt" genannt. Wobei der Begriff nicht ganz passend ist, denn ist ein Gelenk ausgerenkt sind meist auch Bänder, Lymphgefässe usw. gerissen und das ist dann ein eindeutiger Fall für den Tierarzt.

 

Als Ursachen für Bewegungseinschränkungen haben wir Makrotraumen, die durch Überdehnung/Verletzung der bindegewebigen und muskulären Strukturen entstehen, aber auch Mikrotraumen, die durch falsche Belastungen oder durch Fehlhaltungen entstehen.

 

Die Ursache für Blockaden sind meist akute Traumen (Überdehnung, Stürze) oder auch mechanische Einwirkungen, wie ein unpassender Sattel, durch die eine muskuläre Schutzspannung hervorgerufen wird. Das heißt der Körper spannt den Muskel, der das Gelenk umgibt an um so eine "Ruhigstellung" des Gelenkes zu seinem Schutze zu erwirken. Ein angespannter Muskel verkürzt sich und zieht das Gelenk in eine falsche Stellung (Blockierung). Man kann sich das vorstellen wie eine Zimmertür bei der eine Scharniere locker ist.

 

Problematisch wird diese Schutzreaktion des Körpers, wenn die Bewegungseinschränkung durch das Trauma des Gewebes erhalten bleibt, obwohl der "Auslöser" nicht mehr da ist.


Folgekette, wenn die Blockierung nicht frühzeitig erkannt und behandelt wird

Es kommt zu einer Fehlbelastung des betroffenen Gelenks, durch die muskuläre Verspannung wird die Blutversorgung des betroffenen Gewebes behindert.

Diese Fehlbelastung versucht die nächstgelegene Struktur (Muskel) wieder auszugleichen. Die nächste Blockierung entsteht. Und so weiter...

Diese Körperstrukturen sind erst "nur" funktionell eingeschränkt und in Folge dann ergeben sich strukturelle Veränderungen (verminderte Sauerstoffversorgung des Muskels --> Gelenkes --> Veränderung des Gelenkes).

Wirbelsäule oder Gelenke können ihre physiologische Beweglichkeit verlieren.

Die Folgen sind steife Bewegungen, Verspannungen oder Schmerzen, die die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft stark beeinträchtigen können.

Blockierungen an bestimmten Stellen, besonders der Wirbelsäule, können über das Rückenmark den Informationsfluss zwischen Gehirn und Muskulatur, Haut und allen anderen Organen behindern.

Dies kann die Koordination von Bewegungen oder aber auch die Funktion von Organen einschränken.

 

Kleinere Einschränkungen werden vom Pferd meistens gut kompensiert und sind auf dem ersten Blick vielleicht schwer erkennbar. Plötzlich auftretende Berührungsempfindlichkeiten oder Hautzucken können schon erste Signale für eine fehlerhafte Nervenfunktion sein.

 

Besteht eine schwerwiegender Blockierung wird das Pferd versuchen, diese zu kompensieren beziehungsweise eventuell auftretenden Schmerzen auszuweichen, indem es seine Bewegungen und die Körperhaltung unphysiologisch anpasst.

Dadurch entsteht ein Teufelskreis, in dem immer weitere Blockaden auftreten können.

 

Auf Dauer kann das zu pathologische (krankhaften) Veränderungen bzw. Entzündungen im ganzen Körpersystem kommen die zum Beispiel zu degenerativen, unumkehrbare Veränderungen wie Arthrosen führen können.

Durch diese Folgekette kann es im schlimmsten Fall zu Beeinträchtigungen des vegetativen Nervensystems und einer ganze Bandbreite von Problemen kommen, z. B. Verhaltenauffälligkeiten oder Beeinflussung des gesamten Stoffwechsels.

 

Deswegen halte ich es für sehr wichtig, das Pferd zwei mal im Jahr osteopathisch/physiotherapeutisch untersuchen zu lassen, auch wenn keine Auffälligkeiten erkennbar sind.